Zur Geschichte (Auszug) des Antoniterhospitals Tempzin

Das Antoniusfeuer, eine im Mittelalter auftretende Krankheit, wird durch das Mutterkorn, ein dunkler Pilz an Getreide, ausgelöst.

Diese Krankheit verlief oft tödlich.

Im 14. Jahrhundert machte es sich der Antoniter-Orden zur Aufgabe, an Antoniusfeuer erkrankte Menschen zu behandeln.

„Die Antoniter unterhielten im 15. Jahrhundert in ganz Europa etwa 370 Spitale, in denen rund 4.000 Erkrankte versorgt wurden.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Antoniusfeuer)

 

  • Stiftungsurkunde des Klosters Tempzin datiert vom 7.Juni 1222, das Kloster gelegen an einem Handelsweg bzw. einer Trasse desselben östlich des Schweriner Sees zur Wismarbucht

  • In der Folgezeit wuchs dem Hospital ein großer Einzugsbereich nach Osten und Norden zu. So unter anderem erhielt Tempzin 1263 den Teil des Ortes Goltbeck geschenkt, den es noch nicht besaß, 1306 den Rest des Blankenberger { Tempziner} Sees mit allen Fischereirechten. 1387/88 erwirbt Tempzin den Hof Blankenberg, 1390 den Werderhof an der Westseite des Sees (nahe des heutigen Bahnübergangs Tempzin-Warin).

  • Um 1400 beginnt der Bau der Kirche zu Tempzin, in üblicher Weise wurde zuerst Altar und Chorraum errichtet und der Altar aufgestellt. Unterbrechung der Arbeiten nach Fertigstellung des östlichen Teils der Kirche Unterbrechung der Arbeiten. Ende des 15. Jahrhunderts gingen Bauarbeiten weiter.

  • Nach verschiedenen widrigen Umständen ging es ab ca1490 wieder steil bergauf. Errichtung des neuen Warmhauses 1496. Weiterer Ausbau Anfang des 16. Jhdt.

  • Nach der Einführung des lutherischen Bekenntnisses Mitte des 16. Jhdt wurden in Mecklenburg die Klöster aufgelöst und somit auch das Hospital in Tempzin und kam in die Hand der Landesherrschaft.

  • In der Folgezeit gehörte Tempzin zu den Gütern des Herzogs Gustav Rudolf und dann des Herzogs Adolf Friedrich. Später, bis zur Bodenreform 1945 war Tempzin Sitz eines eigenständigen Amtes, das die Ortschaften der ehemaligen Präzeptorei umfaßt.

 

 

Therapeutisches Wirken des Tempziner Konventes

 

Bekämpfen des „Heiligen Feuers“ oder „Antoniusfeuers“ mit den damals bekannten Behandlungsmethoden wie z.B.

  • Amputationen von brandigen (nicht durchblutenten) Gliedmaßen

  • Therapien aus Extrakten von Heilkräutern

  • Nutzung einer Heilquelle (nach Berichten) in Tempzin

 

Ausführliches in der Broschüre „Zur Geschichte von Tempzin“ von G.Köllen aus dem Jahre 2000